Zum Inhalt springen
Viola Schweizer
Zurück zum BlogContent & SEO

Keyword-Recherche: Von der Analyse zur Strategie

28. Januar 2026 · 10 Min. · Viola Schweizer

Laptop mit Keyword-Analyse-Dashboard und Suchvolumen-Grafiken

Keyword-Recherche ist mehr als das Sammeln von Suchbegriffen. Sie ist ein strategischer Prozess, der Ihnen zeigt, was Ihre Zielgruppe wirklich sucht, welche Fragen sie hat und welche Inhalte Sie erstellen müssen, um sichtbar zu werden. Richtig durchgeführt, liefert eine Keyword-Recherche den Bauplan für Ihre gesamte Content-Strategie.

Warum die Suchintention wichtiger ist als das Suchvolumen

Was ist die Suchintention und warum ist sie so wichtig?

Die Suchintention ist die Absicht hinter einer Suchanfrage – sie bestimmt, welche Art von Inhalt ein Nutzer erwartet. Google unterscheidet vier Haupttypen: informational, navigational, commercial und transactional. Ein Keyword mit 10.000 monatlichen Suchen bringt nichts, wenn die Intention nicht zu Ihrem Angebot passt. Die richtige Zuordnung von Suchintention und Seitentyp entscheidet über Rankings und Conversions.

Google unterscheidet vier Haupttypen der Suchintention: informational (der Nutzer will etwas lernen), navigational (er sucht eine bestimmte Seite), commercial (er vergleicht Optionen) und transactional (er will kaufen oder buchen). Für jede Intention brauchen Sie unterschiedliche Inhalte und Formate.

Ein Beispiel: Jemand, der „Content-Marketing" sucht, will verstehen, was das ist – das ist informational. Jemand, der „Content-Marketing-Agentur München" sucht, will einen Anbieter finden – das ist commercial/transactional. Beide Keywords brauchen völlig unterschiedliche Seiten auf Ihrer Website.

Schritt-für-Schritt zur Keyword-Recherche

Beginnen Sie mit einem Brainstorming: Welche Themen sind für Ihr Geschäft relevant? Was fragen Ihre Kunden im Erstgespräch? Welche Probleme lösen Sie? Notieren Sie alle Begriffe und Fragen, die Ihnen einfallen – ohne sie zu bewerten.

Im nächsten Schritt nutzen Sie Tools, um Ihre Liste zu erweitern und mit Daten anzureichern. Kostenlose Optionen wie der Google Keyword Planner, Google Trends und die Google-Autovervollständigung liefern bereits wertvolle Einblicke. Professionelle Tools wie Ahrefs, Semrush oder Sistrix bieten detailliertere Daten zu Suchvolumen, Keyword-Difficulty und Wettbewerb.

  • Seed Keywords: Starten Sie mit drei bis fünf Kernbegriffen, die Ihr Geschäftsfeld beschreiben.
  • Long-Tail-Keywords: Erweitern Sie um spezifischere Begriffe mit weniger Wettbewerb, aber höherer Kaufintention.
  • Frage-Keywords: Identifizieren Sie die konkreten Fragen Ihrer Zielgruppe – ideal für Blogartikel und FAQ-Seiten.
  • Wettbewerber-Keywords: Analysieren Sie, für welche Keywords Ihre Wettbewerber ranken und Sie nicht.

Von der Liste zur Strategie

Eine lange Keyword-Liste allein macht noch keine Strategie. Im nächsten Schritt ordnen Sie Ihre Keywords: Gruppieren Sie verwandte Begriffe zu Themenfeldern, die sich als Topic Cluster eignen. Bewerten Sie jede Gruppe nach Relevanz für Ihr Geschäft, Suchvolumen, Wettbewerbsintensität und Conversion-Potenzial.

Erstellen Sie dann eine Keyword-Map: Welches Keyword gehört auf welche Seite Ihrer Website? Jede Seite sollte ein primäres Keyword und zwei bis drei sekundäre Keywords haben. Achten Sie darauf, dass sich Keywords nicht gegenseitig kannibalisieren – also dass nicht mehrere Seiten um das gleiche Keyword konkurrieren.

Priorisieren Sie Ihre Keywords nach dem Quick-Win-Prinzip: Beginnen Sie mit Keywords, bei denen Sie bereits auf Seite zwei oder drei ranken. Hier ist der Weg auf Seite eins am kürzesten. Parallel bauen Sie Inhalte für Keywords mit höherem Wettbewerb auf, die langfristig die größte Wirkung haben.

Aus meiner Erfahrung ist der häufigste Grund für gescheiterte Keyword-Strategien nicht die Recherche selbst, sondern die fehlende Umsetzung. Eine priorisierte Liste ohne Redaktionsplan bleibt Theorie. Erst wenn jeder Keyword-Gruppe ein konkreter Inhalt, ein Termin und eine verantwortliche Person zugeordnet sind, wird aus Recherche echte Sichtbarkeit.

Keyword-Recherche ist kein einmaliges Projekt

Suchverhalten ändert sich. Neue Trends entstehen, saisonale Schwankungen beeinflussen das Suchvolumen und Wettbewerber optimieren ihre Inhalte. Deshalb sollten Sie Ihre Keyword-Recherche regelmäßig aktualisieren – mindestens quartalsweise für bestehende Themen und bei Bedarf für neue Geschäftsfelder.

Nutzen Sie auch die Daten aus Ihrer Google Search Console. Sie zeigt Ihnen, für welche Suchanfragen Ihre Seiten bereits erscheinen, welche Klickraten sie erzielen und wo Optimierungspotenzial besteht. Diese realen Daten sind wertvoller als jede theoretische Recherche.

AnrufenE-Mail