Retargeting: Verlorene Besucher zurückgewinnen
Retargeting (auch Remarketing genannt) ist eine digitale Werbestrategie, bei der Nutzer:innen, die eine Website bereits besucht oder eine bestimmte Aktion ausgeführt haben, auf anderen Plattformen mit personalisierten Anzeigen erneut angesprochen werden. Das Ziel: potenzielle Kund:innen, die nicht beim ersten Besuch konvertiert haben, zurückzuholen.
Warum Retargeting so effektiv ist
Die Zahlen sprechen für sich:
- 97 % der Website-Besucher verlassen eine Seite ohne zu konvertieren
- Retargeting-Anzeigen haben eine 10x höhere Klickrate als reguläre Display-Ads
- Die Conversion-Rate bei Retargeting liegt bis zu 150 % über der von Standard-Kampagnen
Der psychologische Mechanismus: Der Mere Exposure Effect besagt, dass Menschen Dinge positiver bewerten, je häufiger sie ihnen begegnen. Retargeting nutzt diesen Effekt gezielt.
Retargeting-Methoden
Pixel-basiertes Retargeting
Ein JavaScript-Pixel (z. B. Meta Pixel, Google Tag) wird auf der Website platziert und setzt ein Cookie beim Besucher. Dieser Cookie ermöglicht die Wiedererkennung auf anderen Plattformen. Die gängigste und schnellste Methode.
Listen-basiertes Retargeting
Bestehende Kundendaten (E-Mail-Adressen, Telefonnummern) werden auf Werbeplattformen hochgeladen und mit Nutzerkonten abgeglichen. Ermöglicht die Ansprache bekannter Kontakte auf Social Media oder im Display-Netzwerk.
Server-Side Retargeting
Cookieless Alternative, bei der Nutzerdaten serverseitig verarbeitet werden – zunehmend wichtig im Kontext der Post-Cookie-Ära und verschärfter Datenschutzanforderungen.
Retargeting-Kanäle
- Google Display Network: Banner-Anzeigen auf Millionen von Websites
- Meta (Facebook/Instagram): Custom Audiences und Dynamic Ads
- LinkedIn: Matched Audiences für B2B-Retargeting
- Programmatic: Plattformübergreifendes Retargeting über DSPs
- E-Mail-Retargeting: Personalisierte Mails basierend auf Website-Verhalten
Segmentierung und Personalisierung
Effektives Retargeting erfordert granulare Segmentierung:
- Besucher bestimmter Produktseiten erhalten produktspezifische Anzeigen
- Warenkorbabbrecher sehen ihre zurückgelassenen Produkte
- Bestandskunden erhalten Upselling- oder Cross-Selling-Angebote
- Zeitbasierte Segmente: Frische Besucher vs. Besucher vor 30+ Tagen
Frequency Capping und Best Practices
Die größte Gefahr im Retargeting ist Anzeigenmüdigkeit und Irritation. Frequency Capping begrenzt die Anzahl der Impressionen pro Nutzer. Weitere Best Practices:
- Burn Pixel einsetzen: Nutzer nach Conversion aus der Retargeting-Liste entfernen
- Verschiedene Creatives rotieren lassen
- Zeitfenster definieren (z. B. max. 30 Tage nach Besuch)
- Exclusion Lists für bestehende Kunden oder unpassende Segmente
Bei Viola Marketing setzen wir Retargeting als präzises Instrument der Conversion-Optimierung ein – datenschutzkonform, frequenzgesteuert und strategisch in die Customer Journey eingebettet.